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Öffentlich-rechtliche Jagdpropaganda
NDR bietet Jägern Plattform zur unkritischen Verbreitung ihres politischen Jägerlateins.
(tierrechte.net)
Passend zur beabsichtigend friedensstiftenden Weihnachtszeit strahlte
der NDR am 20. und 21.12.2004 in seinem dritten TV-Programm die
2-teilige Sendung unter dem Titel "Das Jahr des Jägers" aus.
Darin dürfen Jäger einmal mehr hemmungslos Propaganda
für ihr Mordhandwerk machen und sich darüber hinaus als
bedauernswerte Opfer gesellschaftlichen Unverständnisses für
ihr Treiben stilisieren.
So werden wieder nur "saubere" Bilder von Jägern gezeigt, die brav
ihr politisches Jägerlatein zum Besten geben. Selbst die Vorankündigung der Sendung trieft vor Verharmlosung und Heile-Welt-Schmalz. Der Autor der Sendung Lutz G. Wetzel setzt
zwei Nettostunden TV-Zeit das "edle Waidwerk" im doppelten Sinne
bildlich in rechte Licht. Keine grausamen Bilder, keine angetrunkenen
oder ausfällig werdenden Jäger, "saubere" Sprache, "saubere"
Technik und Fachsimpelei, "sauberes" Jagdmuseum, "sauberer" Jagdadel
und immer wieder die altbekannten Rechtfertigungsversuche für das
mörderische Treiben in Wald und Flur - bedauerlicherweise
vollkommen kritiiklos. Da bringen auch die zusammenhanglos
eingestreuten Alibi-Kurzeinblendungen eines - so hat es den Anschein -
Jagdgegners auch keine Aufklärung bzw. kritische Widerlegung der
verbreiteten Halbwahrheiten.
Es sind quasi alle Mottenkistenarguemte vertreten. Hier die Widerlegung einiger krasser Beispiele aus der Sendung:
- Jäger würden heutzutage nur noch Wildbestandspflege betreiben.
Tatsache ist das Jäger nach wie vor mord- und trophäengeil
sind und möglichst große Wildbestände heranzüchten
um möglichst große Trophäen zu bekommen. Das kann
selbst diese Rosarote-Jagdbrille-Sendung nicht ganz unter den Tisch
kehren, verharmlost aber das Töten von Tieren als mit
Briefmarkensammeln vergleichbar.
- Es gäbe ja keine "Raubtiere"
wie Wölfe, Bär, Luchs etc. mehr, die in den Wildbestand
regulierend eingreifen würden. Das müssten die Jäger nun
tun. Verschwiegen wird, das es die ach so traditionsbewussten
oder besser -verdrängenden Jäger waren, die eben diese
ausgerottet haben. Wenn es den Jägern wirklich ernst wäre mit
einer ökologischen Wildbestandsregulierung, dann würden sie
die Wiedereinbürgerung von Beutegreifern wie Wolf und Bär
nicht fortlaufend torpedieren. Stattdessen wird die Angst vor dem
"bösen Wolf" geschürt und nicht aufgeklärt.
- Städter hätten einfach
nur keine Ahnung von der Natur wie sie ist. So nah wie die Jäger
sei keiner an der Natur und wenn nur jeder so nah an der Natur
wäre wie sie, dann würde auch jeder in die Notwendigkeit der
Jagd einsehen. Hier zeigt sich die allgemein undemokratische und
arrogant snobistische Einstellung der Jäger, indem sie jedem der
kein Jäger ist absprechen sich eine unabhängige Meinung
über die Jagd und die Jäger zu bilden. Man muss keinen Mord
begehen um festzustellen, das das nicht richtig ist.
- Immer wieder wird schönfärberisch von "Handwerk", "Notwendigkeit", "alles Öko"
- auch vom Off-Sprecher - gesprochen, aber entweder gar nicht oder wenn nicht stichhaltig
begründet. Auf deutsch heisst das: Jagd ist ein
überflüssiges Mordhandwerk.
- Schon klassisch: Weil es Verbißschäden gibt, bedürfe es der Jagd.
Das fragt man sich nur: es gibt doch die Jagd, warum gibt es dann
Verbißschäden? Tatsache ist eben, dass Jagd hinsichtlich der
Vermeidung von Verbißschäden vollkommen kontraproduktiv ist
und schon immer war. Jeder Forstökologe bestätigt das.
Lediglich wenn man ein permanentes Blutbad im Wald anrichten würde
bis hin zur lokalen Ausrottung von Reh- und Hirsch-Populationen stellt
sich ein Effekt ein. Ein Forstbeamter der dies im Staatswald
durchführte zog sich prompt den Unmut der Privatjäger zu die
um ihre Trophäen fürchteten. Aber selbst wenn, aus
Tierschützersicht ist ein solches Blutbad vollkommen unakzeptabel,
zumal auch ökologisch nicht notwendig, wenn man die Jagd komplett
einstellt und so den unnatürlichen Jagddruck von den Wildtieren
nimmt, die jetzt zwangsläufig dämmerungs- und nachtaktiv sind
und dann in ihren jägersicheren Tageseinständen im Wald, dann
alles abfressen und schälen. Die Tiere, die von den Jägern
abgeknallt werden, werden durch eine erhöhte Reproduktivität
wieder ausgeglichen, ja bei Wildschweinen ist es gerade so, dass wenn
ein erfahrenes Muttertier abgeschossen wird, die soziale Rangfolge
durcheinander gerät und schlagartig alle jüngeren weiblichen
Tiere Nachkommen bekommen und sich so sogar vermehrt Nachwuchs
einstellt.
- Der Jäger als missverstandener Naturschützer: Jäger
seien ja sowas von friedliebende Zeitgenossen und enagierte
Naturschützer, die massenhaft Hecken und Äsungsflächen
anlegen würden und hunderte von Nistkästen für
Vögel aufstellen würden und die Medien würden dies in
keinster Weise angemessen honorieren. Die Wirklichkeit sieht
nur leider wieder einmal anders aus: wie der auf tierrechte.net
exemplarisch aufgezeigte Fall zeigt, benehmen sich Jäger wie die
Axt im Wald. Statt Hecken anzulegen, als Biotop zu schützen und zu
bewahren, werden Hecken eingerissen und zerstört, weil die
Jäger ausgerechnet dort ihren Hochsitz errichten wollen. Statt
Äsungsflächen werden Anfütterungsstellen eingerichtet,
damit das Wild vor die Flinte läuft. Dafür werden dann schon
mal Schäden an Boden und Vegetation auch in sensiblen
Feuchtgebieten in Kauf genommen.
- Und abschliessend: Der Jäger als gesetzestreuer Engel. Jeder Jäger in der Sendung wurde geradezu menschelnd harmlos dargestellt. Auf
die Frage ob er nicht schon einmal gewildert habe, antwortete der
Vorzeigejäger des Film, dass er schon mal in Versuchung war
(logischerweise wegen einer Trophäe), dann aber innerhalb von
Sekunden diesen Gedanken von seinem Gewissen verworfen worden sei, denn
er sei ja gesetzestreu. Auch hier ist die Wirklichkeit eine
andere, die diesem Propagandafilm nicht vorkommt: wie der
Justizfall "Jägerhochsitz" zeigt scheren sich Jäger einen
Dreck um Gesetze, Gerichte übrigens ebensowenig. Da wird die
Wahrheit verbogen, dass sich die Balken biegen. Und wie arrogant
überheblich sich Jäger gegenüber ihren Mitmenschen
benehmen, davon kann jeder Zwangsbejagte der mal eine Begegnung der
anderen Art mit Jägern hatte, ein Lied singen. Jäger sind die
einzigen Privatmenschen, die in freier Wildbahn umherballern
dürfen und das mit - auch für Menschen - tödlichen
Waffen. So schiessen sich Jäger nicht nur selbst und gegenseitig
ab, sondern sind auch eine Gefahr für unbeteiligte Dritte und
deren Haustiere. Wer keine Hemmungen und die Mittel hat hat ein
leidensfähiges Tier abzuknallen bei dem liegt die
Tötungshemmschwelle allgemein sehr niedrig und die Gelegenheit
sehr nahe.
Ein perverses Beispiel am Rande: in der Sendung wurde erwähnt -
nicht gezeigt! - welche tödlichen Folgen das Hetzen von Wild mit
Hunden hat. Ein sich wehrender Keiler tötete einen Hund und
verletzte zwei weitere schwer, bevor er selbst abgeknallt wurde.
Hierzu gab es - welch Zufall - auch keine "unschönen" Bilder.
Fazit: Wer so wenig Verständnis für sein Mordhandwerk in der
Bevölkerung findet wie die Jäger, der muss offensichtlich zu
Propagandamitteln greifen um der öffentlichen Meinung
nachzuhelfen. Und seit dem letzten Golfkrieg lassen sich Journalisten
ohne Gewissensbisse in solche Propaganda "einbetten" und machen sich
zum volksverdummenden Mittäter. Das auch noch Gelder der
Gebührenzahler für diese Propaganda in vorgeblich
öffentlichen Interesse verwendet werden, macht es vollends zum
Skandal.
Urteilstext
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Links und Infos gegen Jagd und Zwangsbejagung:
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